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THEMA: Re:Neues aus dem Kirchenstaat
 
Valerius Nomini

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Re:Neues aus dem Kirchenstaat      12.06.2018 12:45:18 --- 7 Monate, 1 Woche her  
Valerius sank mit einem leichten, befreienden Seufzen auf den ihm zugewiesenen Stuhl. Er lächelte, doch das Lächeln gefror ein wenig, als er die Frage der Herzogin vernahm. Er sah kurz zu ihrem Gatten hin, doch dann entschied er sich für die reine Wahrheit. Alles andere wäre der jungen bayrischen Christin gegenüber ungerecht gewesen. Er zögerte, seine Worte sorgsam wählend.
"Nun, ich hatte das unbeschreibliche Glück, in einem mehrsprachigen Haushalt aufzuwachsen und einige meiner Hausgenossen nahmen in Anbetracht längerer Pilgerreisen Unterricht in den Sprachen französisch, spanisch, deutsch und russisch. Neben meiner Muttersprache und der allgegenwärtigen Sprache des Herrn entdeckte ich einen Faible für die deutsche und die französische Sprache und saugte jede Vokabel in mich auf. Das Bayrische hörte ich, wie ... mein Vorgänger es sich mehr und mehr zu eigen machen wollte und ab und an benötigte er Hilfe dabei. Ich war damals noch kein Cardinal und ich hoffte sehr, das ich seiner Eminenz hilfreich sein konnte. Leider ist das auch alles, was uns verband. Ich lernte Cardinal Francesco als freundlichen Menschen mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn kennen, weswegen ich es nur um so mehr schätze, seine Schwester jetzt ebenfalls kennenlernen zu dürfen."
Valerius lächelte leicht.
"Ich erkannte Euch gleich. Die Familienähnlichkeit ist unübersehbar, auch wenn Ihr.... deutlich hübscher seid. Wenn Ihr also meine Sprachkenntnisse bewundert, so muß ich Euch leider mitteilen, das nicht mir dafür das Lob gebührt. Ich war nur ein Schüler, der einen guten Lehrer hatte."
 
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Iris Maria von Ortenburg

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Re:Neues aus dem Kirchenstaat      13.06.2018 07:36:08 --- 7 Monate, 1 Woche her  
Ein Kompliment über ihre Erscheinung aus dem Mund eines Kirchenmannes, das überraschte Iris jetzt doch, ebenso wie die Eröffnung über seine Studien. Er hatte also von Francesco gelernt. Kurz hing sie ihren Gedanken nach, erinnerte sich an den letzten Besuch ihres Bruders. Damals war er zusammen mit ihrem Vater und Americus aus Sachsen heim nach Rom gereist und hatten in Bayern eine etwas längere Pause gemacht. Bei Gott war das lange her.

Ein leichtes Schmunzeln legte sich auf ihre Lippen "Dann haben wir etwas gemein. Ich tu mich immer etwas schwer, beim erlernen von Sprachen. Francesco hat mir schon in unserer Kindheit dabei geholfen. Er ist diesbezüglich sehr talentiert."

Das Schmunzeln wandelte sich zu einem gefühlvollen Lächeln, doch dann gefror es. Irgendwas an Valerius Worten irritierte sie gerade und sie kam nicht drauf, was genau es war. Lange Sekunden musterte sie den Kardinal ernst, fast schon durchdringen, als es ihr einfiel. Schon bei seinem Schreiben hatte sie etwas irritiert, aber die Aufregung und die Vorfreude auf ein vielleicht bevorstehendes Treffen hatte sie abgelenkt.

Ihr Blick wurde intensiver. Beinahe wie bei einer Katze, die eine Maus entdeckt hatte und nur auf den richtigen Moment wartete um zu zuschlagen. Waren sie einem Hochstapler aufgesessen? War das etwa kein Kardinal aus dem Kirchenstaat? Aber das wäre schon sehr dreist. Aber vielleicht bekam sie das ja noch heraus. Sie griff nach ihrem Becher und drehte ihn langsam zwischen den schlanken Fingern.

"Eine Frage hätte ich jetzt noch. Ich hoffe sie stört Euch nicht, Eminenz. Ihr seid, nach Euren Worten, der Nachfolger meines Bruders für den Posten des Kämmerers seiner Heiligkeit. Wieso? Bitte versteht mich nicht falsch. Ich bin überzeugt, daß Ihr dem heiligen Vater gute Dienste in Eurer Stellung leistet. Jedoch mag mein Bruder seine Aufgaben und hat nie verlauten lassen, daß er den Posten abgeben möchte."

Aus den Augenwinkel sah sie, wie Heinrich Dorian zu sich winkte und ihm etwas ins Ohr flüsterte. Ihr Waffenträger verschwand aus dem Blickfeld der Herzogin und das leise klicken der Tür zeigte Iris, daß er aus dem Zimmer gegangen war. Langsam glitt ihr Blick über die Männer im Raum. Irgendetwas stimmte hier überhaupt nicht. In der Luft lag etwas, das fast greifbar erschien.


Du hast meinen Tag erhellt, jetzt bist du selbst ins Licht gegangen. Doch ein Teil von dir bleibt und ich werde den Teufel tun und diesen letzten Funken verglühen lassen, indem ich dich vergesse.

Und eine Stimme rief vom Himmel herab: Getrost sein darf, wer im Vertrauen auf Gott stirbt; er darf sich ausruhen von Arbeit und Leid und empfängt gewisslich den Lohn für alle Mühe. (Offenbarung14,13)
 
Letzte Änderung: 2018/06/13 07:36 von Iris Maria von Ortenburg.
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Valerius Nomini

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Re:Neues aus dem Kirchenstaat      13.06.2018 13:14:01 --- 7 Monate, 1 Woche her  
Valerius zögerte. Als der Waffenträger der Herzogin das Zimmer verlassen hatte, nahm er erst einen Schluck aus seinem Becher, bevor er den Blick der jungen Frau ruhig erwiderte. Sie war sicher etwas verunsichert durch seine Worte, doch sie war klug. Ob der Junge Zeit genug gehab hatte, den Medicus herzuholen? Als er eine Antwort nicht mehr herauszögern konnte, wählte er seine Worte mit Bedacht.
"Nein. Nein, natürlich wollte Euer Bruder seine Position nicht aufgeben. Er hat sie in einer Weise ausgefüllt, wie nur er es vermochte und nachdem Euer Vater zum Herrn aufgestiegen war, war es seiner Heiligkeit geradezu ein Herzenswunsch, Francescos Leben mitformen zu dürfen. Er hielt große Stücke auf Euren Vater und... ebenso auf Euren Bruder."
Valerius seufzte leise.
"Manchmal erkennen wir das große Ganze in Gottes Plan nicht mehr. Manchmal ... ist es für uns einfache Menschen zu schwer zu erkennen und doch ist es da. Francesco war voller Tatendrang, voller Glauben und... ebenso voller Demut, doch der Herr entschied, ihn zu sich zu nehmen. Als die Seuche das letzte Mal die Grafschaft Eures Ziehvaters heimsuchte, kümmerte er sich aufopfernd um die Menschen, mit denen er so vertraut gewesen war. Doch er ging mit ihnen. Wir konnten nichts mehr tun."
Er sah die Herzogin mit einem ehrlich bedauernden Blick an.
"Ich habe seinen Posten erst nach... seiner Heimkehr bekommen. Ebenso, wie traurige Aufgabe, Euch dies mitzuteilen."
 
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Iris Maria von Ortenburg

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Re:Neues aus dem Kirchenstaat      13.06.2018 13:58:57 --- 7 Monate, 1 Woche her  
Der Kelch fiel ihr aus den Händen, kippte um und rollte über den Tisch, bevor er mit einem leisen Klong auf dem Boden aufschlug. Ungläubig sah Iris den Kardinal an. Das war unmöglich. Das meinte er nicht ernst. Ihr Bruder konnte doch nicht tot sein. Iris Blick heftete sich fest an den des Kardinals. Sie versuchte heraus zu lesen, daß sie einem Scherz, einem schlechten Scherz aber immerhin einem Scherz aufgesessen war. Aber sie konnte nichts anderes darin lesen wie Ernsthaftigkeit, gemischt mit Bedauern.

Langsam löste sich ihr Blick und sie blickte erschüttert auf ihre Hände. Er hatte keinen Grund, also mußte es die Wahrheit sein. Außerdem, war es typisch für Francesco gewesen, sich um die Leute zu kümmern, die seit seiner Geburt bei ihm waren. Ihre Augen begannen zu brennen und unwirsch wischte sie sich kurz mit dem Ärmel über die Augen. Eigentlich hatte sie sich immer unter Kontrolle. Doch heute, just in diesem Moment konnte sie die Tränen nicht zurückhalten. Zusehr hatte sie die Nachricht getroffen. Zusätzlich war sie seit der Schwangerschaft ziemlich nah am Wasser gebaut.

Sie spürte Heinrichs Hand auf ihrer Schulter und verbarg das Gesicht hinter ihren Händen. Nur das leichte Beben ihrer Schultern bewies daß sie den Tränen nachgegeben hatte. Es dauerte, bis sie sich wieder beruhigt hatte. Sie trocknete ihre Wangen mit ihrem Taschentuch, bevor sie wieder zu Valerius blickte und sich leise räusperte. Ihre Stimme war leise und klang erschöpft. "Ich danke Euch, daß Ihr mir diese Nachricht persönlich überbracht habt und nicht den einfachen Weg eines Briefes genutzt habt."


Du hast meinen Tag erhellt, jetzt bist du selbst ins Licht gegangen. Doch ein Teil von dir bleibt und ich werde den Teufel tun und diesen letzten Funken verglühen lassen, indem ich dich vergesse.

Und eine Stimme rief vom Himmel herab: Getrost sein darf, wer im Vertrauen auf Gott stirbt; er darf sich ausruhen von Arbeit und Leid und empfängt gewisslich den Lohn für alle Mühe. (Offenbarung14,13)
 
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Lucrezia de Borgia

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Re:Neues aus dem Kirchenstaat      23.11.2018 06:58:46 --- 1 Monat, 3 Wochen her  
Juli 1088 in Rom

Ich stelle die Laute auf Seite. Die Sonne heizt den Raum ordentlich auf. Ich gehe raus in den Garten. Die Bienen brummen und summen zwischen den vielen bunten Blumen herum. Nachdenklich setze ich mich in den Schatten von einem Baum, neben dem Teich. Durch das Wasser fühlt sich die Luft weniger heiß an.

Was war hier nur los. Nichts funktioniert. Auf der Heimreise aus dem Norden war das Gespräch noch auf der Feier gelegen. Die Renovierung vom Dom war fertig gewesen und das hätte gefeiert werden sollen. Doch als wir in Rom ankommen, ist das Chaos, berechtigter Weise, kaum zu übersehen. Der Papst ist verschwunden.

Er wollte anscheinend bei einem Dorf in der Nähe trost spenden, nachdem die Erde in Rom gebebt hatte und war seit dem verschwunden. Valerius als Camerlengo hat sofort ein Team zusammengestellt, das den Papst suchen soll. Und seit ein paar Wochen waren keine Berichte mehr von den Suchenden mehr gekommen.

Was ist nur los? Momentan sieht es sehr trüb aus. Vielleicht sollte ich den Camerlengo fragen, ob ich auch suchen darf. Inzwischen kann ich mich auch selber verteidigen. Das war bisher noch nicht so. Darum muss ich ja hier bleiben, während alle anderen sich auf den Weg gemacht haben.


Alles kannst du sehen, wenn du willst.
Alles kannst du hören, wenn du willst.
Trau dich nur zu spinnen, es liegt in deiner Hand.
aus Abenteuerland von Pur
 
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Eucharius von Trier

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Re:Neues aus dem Kirchenstaat      11.12.2018 11:38:54 --- 1 Monat, 1 Woche her  
Eucharius war beunruhigt, als der Bruder Maternus aus Rom zurückkehrte. Bei seinen Studien in den Vatikanischen Bibliotheken hatte er Dinge gehört, die er dem Erzbischof ohne Frage mitteilen musste.
Dieser reagierte direkt, griff zu Papier und Feder und schrieb:

QUOTE:
Eucharius
Erzbischof von Konstanz
Bischof von Trier
Schirmherr der Kirche in Franken und Lothringen
Herzogsvikar von Schwaben

an

Valerius Cardinal Nomini
Cardinal der Heiligen Römischen Kirche
Camerlengo seiner Heiligkeit


Gnade und Friede unseres Herrn!

Werter Bruder im Glauben,
beunruhigende Gerüchte aus Rom sind uns von einigen Pilgern zugetragen worden. Es heißt, seine Heiligkeit, der Heilige Vater sei von einem Besuch in einer Gemeinde außerhalb Roms nicht mehr in den Lateran zurückgekehrt und auch die Suche nach dem Heiligen Vater sei erfolglos geblieben.

Sollten diese Gerüchte der Wahrheit entsprechend, so sind dies dramatische Umstände! Das Schiff unserer Heiligen Mutter Kirche ist dann ohne legitimen Steuermann und läuft Gefahr in dieser stürmischen Zeit an den Klippen von Unglaube, Aberglaube und Häresien zu zerschellen!

Als Erzbischof von Konstanz bin ich gegenwärtig verantwortlich für die Seele von Menschen in vier Diözesen im Heiligen Römischen Reich. Im Namen all dieser Gläubigen fordere ich Euch als den Vertreter seiner Heiligkeit auf, diese Umstände aufzuklären, im Sinne der Sorge um die Seelen aller Gläubigen in der Kirche.

In aller Bescheidenheit biete ich Euch auch meine uneingeschränkte Unterstützung an. Die gegenwärtige Situation hier in Konstanz erlaubt es mir durchaus, nach Rom zu reisen und mit Euch gemeinsam diese Zeit zu durchstehen.

Wir harren auf Eure baldige Antwort.
Gott segne Euch!

+ Eucharius Archepiscopus


Er schickte den gesiegelten Brief mit einem seiner besten Boten nach Rom, in der Hoffnung, baldige Antwort zu erhalten.


 
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Cesare de Borgia

Kirchenstaat
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Re:Neues aus dem Kirchenstaat      02.01.2019 14:23:25 --- 2 Wochen, 1 Tag her  
Ich sehe zu Michelotto, der eben durch das Fenster in meinen Raum springt. "Hast du ihn erwischt?" Der blonde Auftragskiller nickt und gibt mir einen Ring. "Sehr gut. Jetzt darf Chiaro zu Lucrezia." Ich nehme seine Augenmaske ab. "Du willst doch meiner Halbschwester den Hof machen, richtig?" Er nickt nur. "Sehr gut. Dann kümmere ich mich um meine neuen Aufgaben und du lenkst meine Halbschwester ab. Wir essen heute Abend zusammen Chiaro."

Schweigend verlässt er das Zimmer. Dieses mal durch die Tür. Chiaro hat wirklich ein Auge auf Lucrezia geworfen und mag es garnicht, wenn ich sie ihm als Belohnung für seinen Dienst als Mörder anbiete. Aber ein so schönes Mädchen ist einfach ein netter Preis und bekommt genug Aufmerksamkeit um auch in der Diplomatie nützlich zu sein. Ihr Gesicht könnte meine Macht verstärken. Ich muß sie nur richtig verheiraten.

Ich setze mich und betrachte den RIng. Das Siegel des Camerlengo seiner Heiligkeit. Das ist der Beweis, dass Michelotto den Auftrag beendet hat und Kardinal Valerius tot ist und irgendwo von den Raben gefressen wird. Oder so in etwa. Mein Blick wandert zu dem Kardinalsring an meiner Hand. War es Zufall, dass ich nach Rom kam, als alle den Papst gesucht haben? Oder ist es wirklich mein Schicksal? Nun, das wird die Zeit zeigen.

Auf alle Fälle war jetzt ich Camerlengo und wenn es Michelotto gelungen ist, den Papst zu finden, bevor ihn die Suchtrupps gefunden haben, dann kann sich Niemand mehr zwischen mich und den Thron stellen. Sei es jetzt in dem ich den Papst selber beeinflusse oder selber Papst werde.

Ich nehme das Papier aus der Schublade von Valerius, nein von meinem Schreibtisch und beginne zu schreiben.


QUOTE:
An
Eucharius
Erzbischof von Konstanz
Bischof von Trier
Schirmherr der Kirche in Franken und Lothringen
Herzogsvikar von Schwaben

Gott sei mit Euch.

Werter Bruder im Glauben.

Wahrscheinlich werdet Ihr Euch schon gefragt haben, warum Kardinal Valerius Euch nicht zeitnah geschrieben hat, doch er kam von der letzten Suchaktion nicht lebend zurück und erst heute wurde sein Leichnahm gefunden. Aus diesem Grund, bin ich, Cesare de Borgia inzwischen der Camerlengo und darf Euch antworten.

Leider muss ich Euch mitteilen, dass die Gerüchte um seine Heiligkeit der Wahrheit entsprechen. Wir haben schon unzählige Suchtrupps los geschickt, um seine Heiligkeit zu finden, doch noch keiner kam mit einer positiven Antwort zurück. Wir befürchten das Schlimmste, doch bevor es keinen Fund der sterblichen Überreste gibt, ist noch nicht sicher, dass seine Heiligkeit nicht mehr unter uns weilt.

Wir dürfen deswegen die Hoffnung nicht aufgeben und ich versichere Euch, dass wir alles erdenkliche tun, um seine Heiligkeit wieder zurück in den Vatikan zu holen.

Euer Angebot ehrt uns und erfüllt uns mit Freude. Doch werde ich in bälde nach Bayern aufbrechen, um dort den Wein für die Messen zu besorgen, welche zur Zeit nötiger sind als üblich, wie es seit jeher Brauch ist. Doch sobald ich mich wieder auf den Rückweg mache, werde ich Euch diese Information zukommen lassen.

gezeichnet
Kardinal Cesare de Borgia
Camerlengo des heiligen Stuhls


Lächelnd drücke ich das Siegel in das weiche Wachs und lege den Siegelring in eine Schublade, zu dem verschmutzten Ring des Inquisitors, den mir Michelotto schon vor einiger Zeit gebracht hat.
 
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Eucharius von Trier

Schwaben
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Re:Neues aus dem Kirchenstaat      03.01.2019 21:03:23 --- 2 Wochen her  
"Aus Rom?" - Eucharius schaute den Boten, einen einfachen und unscheinbaren Mönch, der ihn beim Mittagsspaziergang im Palastgarten erreichte hatte, ungläubig an. "Ja, Exzellenz, mit päpstlichem Siegel des Camerlengo"
Der Erzbischof riss dem Mönch das Papier förmlich aus der Hand und schickte ihn weg. Er brach das Siegel auf und las ihn an Ort und stelle. Über den Inhalt war er fast noch mehr verwirrt als über die Tatsache, dass überhaupt ein päpstlicher Brief aus Rom gekommen war. - Er blieb noch lange Zeit im Garten und las den Brief immer und immer wieder und dachte darüber nach.
Konnte man seinem Inhalt glauben? Und seinem Verfasser? Wer war dieser ominöse Kardinal überhaupt? Noch nie zuvor hatte Eucharius seinen Namen gehört... Fragen über Fragen schwirrten durch seinen Kopf an diesem Nachmittag. Auch bis zur Abendandacht hatten sich seine Gedanken noch nicht ordnen können. In einem solchen Moment hätte er den Rat von Weihbischof Johannes gut gebrauchen können. Ohne dessen stets guten und aufrichtigen Rat, wäre er mit seinem Pontifikat nicht so weit gekommen. Doch wie es nun mal war, hatten die Ketzer des Feuerordens ihn ermordet. Doch sie hatten ihr gerechtes Urteil dafür erhalten. Einen neuen Weihbischof hatte Eucharius noch nicht ernannt. Es gab viele sicherlich fähige Kandidaten, aber eine so wichtige Entscheidung wollte er nicht übers Knie brechen, auch wenn er sonst gerne zu etwas voreiligen Entscheidungen tendierte.

Er wusste sich nicht mehr anders zu helfen und bat die 12 Domherren nach der Andacht in den Empfangssaal, wo er und das Domkapitel sich immerzu regelmäßig zu Beratungen trafen. In dem Reich verzierten Saal im ersten Stock der Kurie setzte sich Eucharius auf den Bischofsthron, die Domherren auf die zwölf hölzernen Kapitelsthrone. Dann verlas er ihnen das Schreiben und sie berieten bis spät in die Nacht darüber.

Am nächsten Morgen, nach der Messe, griff er in seinem Schreibzimmer nach Papier und Feder und schrieb:

QUOTE:
Eucharius von Trier
Erzbischof von Konstanz

Bischof von Trier
Schirmherr der Kirche in Franken und Lothringen
Herzogsvikar von Schwaben

an

Cesare de Borgia
Kardinal der Heiligen Römischen Kirche
Camerlengo des Heiligen Stuhls

PAX VOBISCUM!

Erstaunt haben wir Euer Schreiben erhalten, Eminenz. Wir sind bestürzt ob der Nachricht vom Tod des Kardinals Valerius de Nomini und werden seiner im Gebet gedenken. DIe Bestätigung unserer Befürchtungen über das Verschwinden seiner Heiligkeit trifft uns schwer und bekümmert uns ungemein, da uns die Kirche so sehr am Herzen liegt.

Leider seid ihr, ehrenwerter Kardinal, uns völlig unbekannt. Wir gehen jedoch davon aus, dass der römische Klerus Euch, in Ermangelung der Möglichkeit, dass der Heilige Vater Euch zum Camerlengo ernennen kann, bedacht für diese Aufgabe ausgewählt hat.

Wie wir bereits geschildert haben, sind wir in großer Sorge über unsere Heilige Mutter Kirche. Wir wissen, dass auf dem Gelände des Kirchenstaates, ausgehend von Ascoli Piceno, eine ketzerische Irrlehre die Gläubigen verunsichert und den Klerus bis aufs Äußerste bedrängt. Die Ketzer, die diese Irrlehre des Odorismus verbreiten, verfolgen und töten Gläubige, die in ihren Augen nicht würdig sind und gleiches tun sie mit Geistlichen, die sich der "unwürdigen Sünder" annehmen.
Im vergangenen Jahr haben Anhänger dieser Irrlehre unseren Weihbischof Johannes von Beuren und zwei seiner Gefährten ermordet. Wir haben ihnen den Prozess gemacht und sie der Ketzerei für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. In gleicher Weise gingen wir gegen alle anderen Anhänger des Odorismus vor, die auf dem Gebiet unserer Kirchenprovinz zu finden waren. Doch dieser Rauch der Hölle, den die Feuerbrüder verbreiten, ist eine Krankheit, die unsere Kirche ausgerechnet in dieser schweren Zeit der Verunsicherung und Führungslosigkeit trifft. - Auch die Heilige Stadt Rom soll von ihnen durchzogen sein. Es würde mich nicht wundern, wenn Kardinal Valerius und leider wohl auch der Heilige Vater ein Opfer der Feuerbrüder geworden wären.

Es ist an uns, Kardinal Cesare, die Kirche zu festigen. Kardinal Valerius und auch der Heilige Vater haben uns bereits vor Jahren ein Konzil in Konstanz zur Erneuerung der Kirche zugesichert, wie der Selige Erzbischof Alexander es vorgeschlagen hat. Als sein Erbe möchte ich diesen Gedanken fortführen und ich bin sicher, dass gerade in dieser Zeit ein Konzil das richtige wäre.
Die Lehre der Kirche besagt, dass in der Versammlung des Konzils der Heilige Geist selbst wirkt und die Beschlüsse des Konzils über allem steht. Päpste können von Konzilien gewählt und abgesetzt werden - ein Konzil könnte den Heiligen Vater, sofern er denn noch nicht zu unserem Schöpfer heimgekehrt ist, absetzen und aus der Mitte der Versammlung könnte ein neuer Heiliger Vater hervorgehen.

Wenn Ihr, Eminenz, nach Bayern reist, so scheut doch nicht den Weg nach Konstanz. Ihr seid uns herzlichst willkommen, um gemeinsam über die Zukunft der Kirche und ein mögliches Konzil zu beraten!

Gottes Segen geleite Euch!

+ Eucharius Archepiscopus


 
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Cesare de Borgia

Kirchenstaat
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Re:Neues aus dem Kirchenstaat      05.01.2019 16:05:13 --- 1 Woche, 5 Tage her  
Ein Konzil. Ich finde, das wäre eine gute Gelegenheit meine Machtwünsche zu erfüllen. Lächelnd beginne ich zu schreiben.

QUOTE:
An
Eucharius von Trier
Erzbischof von Konstanz
Bischof von Trier
Schirmherr der Kirche in Franken und Lothringen
Herzogsvikar von Schwaben

Gott sei mit Euch.

Werter Bruder im Glauben,

Ich glaube es Euch gerne, dass Ihr von meinem unbedeutenden Namen noch nichts hörtet. Ich bin noch nicht sehr lange in Rom und ebenso noch nicht lange Kardinal der Kurie, doch fiel ich dem Camerlengo auf, als ich ihn vor dem Petersdom traf. Ich half ihm bei seinen Aufgaben und dabei erhielt ich sein Vertrauen. Er selbst hat mir erlaubt, mich um das Amt des Camerlengo zu kümmern, solange er mit dem Suchtrupp unterwegs ist.

Leider kam er von genau dieser Suche nicht lebend zurück. Deswegen hat der Klerus in Rom zugestimmt, dass ich nicht nur der Vertreter, sondern dadurch der direkte Camerlengo werde. Ihr könnt sicher sein, ich hätte es auch lieber anders.

Was diesen Ketzerverbund angeht, davon hörte ich auch schon. Deswegen ist die Suche nach seiner Heiligkeit momentan die wichtigste Sache, die wir zu erledigen haben. Wir wollen ja vermeiden, dass ihm etwas zustößt.

Dennoch muß ich Euch recht geben. Unsere Mutter Kirche muss wieder erstarken und das funktioniert nur, wenn ihr Vorsitzender für die Gläubigen erreichbar ist. Deswegen nehme ich Euer Angebot an und werde nach der Handelsreise nach Bayern nach Konstanz kommen. Dort halten wir dann ein Konzil ab. Ob wir da dann einen neuen Papst wählen oder nicht, werden wir sehen, sobald es so weit ist. Vielleicht zeugt uns Gott der Heer seiner Gnade und Güte und bringt seine Heiligkeit bis dahin unversehrt zurück nach Rom.

Ich schätze, wir werden im August oder September 1090 anno Domini bei Euch eintreffen.

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Kardinal Cesare de Borgia
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