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THEMA: Re:O Fortuna
 
Gero von Rabenstein

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Re:O Fortuna      29.09.2017 22:01:21 --- 1 Monat, 3 Wochen her  
Beunruhigende Nachrichten waren es fürwahr. Dass seine Brüder so weit gehen würden Lilith, deren eigene Stiefmutter und seine leibliche, zu entführen, das hatte er nicht wahrhaben wollen. Es ging ihr aber soweit gut, dass konnte Gero aus dem Schreiben Alfriks entnehmen. Mutter war bereits in Meißen, vor ihm, aber in dem Anwesen, das nun zum Teil abgebrannt war und vorher der ganzen Familie als Unterkunft in Meißen gedient hatte. Nach allem, was Gero wusste, waren die meisten der Nebengebäude unbeschädigt geblieben und boten so allen Kämpfern Unterkunft, die sich der Sache seiner Halbbrüder angeschlossen hatten. Die Mauer verhinderte, dass Lilith einfach so hätte davonspazieren können, wenn sie denn nicht sicherheitshalber gleich in ein Zimmer mit vergitterten Fenstern gesperrt worden war, was Gero stark vermutete.

Für ihn hatten Radswid und Alfrik die Grenze zur Unverschämtheit längst überschritten, als sie sich nicht nur direkt unter den Augen der markgräflichen Burg einen Teil von Vaters Erbe widerrechtlich an sich gerissen hatten, sondern dort nun auch noch ihre Kräfte sammelten. Es stand fest, er musste selbst nach Meißen und womöglich am Ende den Schritt gehen, den er eigentlich vermeiden wollte und die Markgräfin um Hilfe bitten.
Doch noch nicht, noch hatte er andere Hoffnungen, die Mechthild von der Saale und die Mährin erfüllen konnten.

QUOTE:
An Mechthild von der Saale,

Sehr gern können wir uns am Rande des Turniers zu Meißen treffen. Ich werde vor Ort sein, wenn auch für das Turnier selbst. Mein Großvater starb an einer Tjostverletzung und mein Vater noch am selben Tag, nachdem er sich ebenfalls eine schwere Verletzung im Turnier zugezogen hatte, auch wenn die Ursache des Brandes, der letzten Endes zu seinem Tode geführt hatte, wohl für immer ein Rätsel bleiben wird. Bitte seht es mir also nach, wenn ich kein Interesse hege mich an derlei Verlustierungen zu beteiligen.

Meine Mutter Lilith ist derzeit leider unpässlich, sie wird unserem Treffen deshalb, und das bedaure ich sehr, fernbleiben müssen. Meine Schwestern sind jedoch wie geplant in Kameniz angekommen und hoffentlich wird ihnen dort auch der Schutz gewährt, den Ihr ihnen versprochen habt.

Bitte nennt mir derweil Zeit und Ort für das Treffen in Meißen. Ich werde da sein. Für meinen Geleitschutz kann ich jedoch selbst sorgen, ich möchte keine unnötige Aufmerksamkeit auf mich lenken.

Gero von Rabenstein.


 
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Nadezda von der March

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Re:O Fortuna      01.10.2017 18:33:02 --- 1 Monat, 3 Wochen her  
Mit halber Aufmerksamkeit hörte Nadezda Mechthild zu. Ihr hingen die Gedanken an Baldor und Lilith noch nach, was ihr unangenehm war, da sich Mechthild so sehr für die Beiden einbrachte.
Bemüht lächelnd antwortete sie „Nein, nein, ich denke, das wird Baldors Ansehen nicht trüben“ doch so Recht schien sie sich das selbst nicht zu glauben. Irgendetwas störte sie an der Sache. Aber was das war, würde sie nicht jetzt herausfinden können.

Mechthilds Gesicht war erneut voller Sorgen, als sie vorschlug, nach Rabenstein zu schreiben.
„Natürlich bin ich damit einverstanden,...“ antwortete sie der Meissnerin, stockte dann aber. Es war mehr ein Gefühl, als ein klarer Gedanke, der sich plötzlich in ihr ausbreitete.
Sie hatte schon zu viel erlebt. „Nein, Mechthild. Ein weiterer Brief könnte Zeitverschwendung sein. Wir sollten lieber aufbrechen, so bald wie möglich, und dort nach dem Rechten sehen. Die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass böse Absichten niemals ruhen, sollten sie einen Menschen leiten. Und sie sind meistens einen Schritt voraus. Wenn wir Sorge haben müssen, dass Leib und Leben der Rabensteiner in Gefahr sind, gibt es keinen Grund erst noch eine Antwort abzuwarten“.
Zu Mord und Totschlag sollte es nicht kommen... und schließlich waren Lilith und Gero die Menschen, die Baldor am Nächsten gestanden hatten.

Ein wenig unruhig war Nadezda durch den Raum gegangen, hatte sich dann an das Fenster gestellt und hinaus gesehen.
Mechthilds zweite Frage wollte mit Bedacht beantwortet werden. Sie drehte sich in den Raum zurück und sah auf das kunstvolle Kreuz, welches an der gegenüberliegenden Wand hing.
„Es wundert mich nicht, dass Ihr bei der Beantwortung dieser Frage nicht weiterkommt, Mechthild. Es ist schlicht und ergreifend nicht an uns, dieses zu bewerten. Beides sind Sünden. Ob eine Sünde schwerer als eine andere Sünde wiegt, vermag ich nicht zu sagen. Denn diese Frage beantwortet nur der Herr, Herrscher über Himmel und Erde, wenn ein jeder vor seinem höchsten Gericht steht. Aber mir scheint, es ist vielmehr die Frage, die Euch umtreibt, ob Ihr eine Sünde begeht, wenn Ihr dafür betet, dass Gero obsiegt. Nun, meine persönliche Meinung dazu ist, Ihr wisst, dass Ihr Euch am Ende Eurer Tage dafür vor dem Herrn verantworten müsst. Also, tut das, was Ihr für vertretbar haltet und Eurem Herzen nah ist“


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Letzte Änderung: 2017/10/01 18:35 von Nadezda von der March.
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Mechthild

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Re:O Fortuna      12.10.2017 22:20:29 --- 1 Monat, 1 Woche her  
Die Zeit bis zum nächsten Turnier zog sich hin und so manches drang an ihr Ohr. Immer wieder sah man sie unruhig in ihrem Quartier auf und ab gehen. Immer wieder unterhielt sie sich mit der Großfürstin und manchmal hörte sie doch auf das was geredet wurde. Es gab so manchen der sich in der Erbstreitigkeit der Rabensteiner sicherlich lieber bedeckt hielt und vielleicht wäre es besser gewesen, wenn sie nicht das Gefühl hätte es Lilith und Baldor irgendwie schuldig zu sein auf der Seite des jüngsten Sprösslings zu sein.

Lilith in Rabenstein zu lassen hielt sie aber für grob fahrlässig. Was konnte schon so schlimm sein, dass sie nicht in Sicherheit kommen konnte? Immer wieder dachte sie darüber nach, fand aber keine andere Antwort, als dass sie diese Frage an Gero stellen musste. Warum war Lilith nicht in Sicherheit bei ihren Töchtern?

Die Zeit verging, bis man zu dem Treffen mit Gero während der Spiele verabredet war. Ihr Sohn und ihre Schwiegertochter vertraten die Familie, dennoch schien es ihr schwer ein Treffen in Heimlichkeit zu arrangieren, bis es schließlich dazu kommen sollte. Sogar vor den Augen der Markgräfin zu verbergen, was vor sich ging, erschien ihr dennoch als ungehörig, wenngleich ihr klar war, dass Gero einen Anspruch hatte deren Erben auf dem Thron abzulösen. Das hatte sie aber nie an ihrer Treue zu Baldor oder Franziska zweifeln lassen. Daher hatte sie entschieden hier ein Geheimnis zu bewahren, zumindest so lange bis der Junge alleine nicht weiter kam.

Abseits der Turnierspiele traf man sich nun also in der Burg, wo so oder so der Adel sich unterhielt und es wenig auffiel, wenn der junge Rabensteiner, die Großfürstin von Mähren und Mechthild sich unterhielten oder gar für ein paar Becher Wein zusammen lachend und schwatzend zurück zogen. Es gab interessantere Dinge zum Tratschen, so hoffte sie.


 
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Nadezda von der March

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Re:O Fortuna      13.10.2017 20:40:21 --- 1 Monat, 1 Woche her  
Weitere Tage waren ins Land gezogen. Tage, an denen Nadezda zur Untätigkeit gezwungen war.
Wenn es nach ihr gegangen wäre, wären sie umgehend nach Gut Rabenstein geritten und hätten dort die Dinge geregelt. Doch Mechthild hatte sich nicht dazu entscheiden können oder wollen.
Sie erwartete Gero von Rabenstein hier zum Turnier. Auch wenn Nadezda diese Entscheidung nicht nachvollziehen konnte, bemühte sie sich darum, sie zu akzeptieren. Es erschien ihr unsinnig, fast fahrlässig zu warten. Als solle niemand Rabenstein betreten.
Immerhin waren es nicht ihre Probleme, die es zu regeln galt. So übte sie sich in Geduld. Die Zeit würde ein Geheimnis, sollte es eines geben, ans Tageslicht bringen.

Die freie Zeit in Meißen tat Nadezda einerseits gut, andererseits hatte sie starke Sehnsucht nach ihren Kindern, nach ihrem Zuhause. Sobald die Angelegenheiten hier geregelt sein würden, würde sie heim reiten. Nichts und niemand würde sie davon abhalten können.


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Re:O Fortuna      25.10.2017 17:30:47 --- 3 Wochen, 6 Tage her  
Seit dem letzten Gespräch über Rabenstein hatte Nadezda Mechthild nicht mehr gesehen oder etwas von ihr gehört. Sie hoffte, dass kein Unglück mit einem Familienmitglied Mechthilds geschehen und sie deshalb nicht erreichbar war.
Das Heimweh zerrte stark an ihr, doch sie wollte ihr Wort Mechthild gegenüber nicht brechen.
Jetzt saß Nadezda an dem Tisch in ihrem Zelt und versuchte ein Blatt mit Worten zu füllen.

„Geschätzte Mechthild,

seit unserer letzten Unterredung hörten und sahen wir uns nicht mehr. Ich hoffe, Eure Familienmitglieder sind alle wohlauf und Eure Abwesenheit hat einen angenehmen Grund.
Da das Meissner Land meinem Auge gut tut, beabsichtige ich, es mir in den nächsten Tagen ein wenig genauer anzusehen. Doch wenn Ihr mich braucht, werde ich Euch, wie ich es zusicherte, zur Verfügung stehen. In meinem Lager kennt man meine Wege.
Zögert bitte nicht, einen meiner Boten nach mir zu schicken.

Es grüßt in herzlicher Verbundenheit
Nadezda von der March“


Sie fügte den Brief in einen Umschlag, den sie siegelte und beauftragte dann einen Boten, die Nachricht zu überbringen.


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Re:O Fortuna      01.11.2017 10:53:49 --- 3 Wochen her  
Nun war es an der Zeit die entstandenen Scherben wegzukehren, wenn man sie wie durch ein Wunder nicht doch noch wieder zusammenflicken lassen konnte. Es war ein Desaster. Zwei gute Männer waren gestorben, wofür sich Gero Tag und Nacht die Schuld gab. Und er hatte Recht damit, lag die Schuld doch an seiner Sturheit, einen von vornherein zum Scheitern verurteilten Plan doch noch durchziehen zu wollen. Der einzige Erkenntnisgewinn bestand darin, dass seine Brüder so sicher über seine Pläne Bescheid wussten wie er über ihre. Es gab eine undichte Stelle, einen Verräter.

Vater hätte gewusst, was zu tun war. Vater hätte es gar nicht erst zugelassen, dass sich seine Söhne gegenseitig bekämpfen. Und Vater hätte die richtigen Männer für eine so gefährliche Mission ausgewählt, diejenigen, die sich nicht so leicht schon beim geringsten Widerstand ins Bockshorn jagen ließen und die dafür verantwortlich waren, dass zwei Mitstreiter umzingelt und niedergemacht wurden. "Nein, ich bin dafür verantwortlich. Nicht sie!" dachte Gero, "Ich habe die falschen Männer ausgewählt. Wir hätten sie retten können!" Gero schnaubte. Sie waren kurz davor gewesen Mutter zu retten, sie hatten auf eine mondlose Nacht gewartet und waren still über die das Familiengut umfriedenden Mauern eingedrungen. Sie hatten es sogar unbemerkt bis in das Haus geschafft, in dem Mutter gefangen gehalten worden war. Doch als man sie entdeckt hatte, brach das Chaos aus, sie waren zu viele in zu engen Gängen, sie steckten fest, wurden bald von vorn als auch von hinten attackiert und allein ein Fenster blieb als Fluchtweg offen. Eckhard und Ingo hatten den Rückzug gedeckt, so wie Gero es ihnen befohlen hatte, aber um ehrlich zu sein waren sie auch die einzigen, die noch hatten kämpfen wollen. Die ersten Feiglinge waren bereits durch das Fenster in die Nacht geflüchtet und hatten damit ihre Niederlage besiegelt, noch ehe Gero im allgemeinen Kampfgetümmel gemerkt hatte, dass ihnen allein dieser Weg durchs Fenster offen stand. "Ich musste auch fliehen", rechtfertigte sich Gero vor sich selbst, "Ich werde ja noch gebraucht. Wer soll Mutter retten, wenn nicht ich?"

Es dauerte, bis er sich von dieser Niederlage so weit erholt hatte, dass er bereit war einen erneuten Vorstoß zu wagen. Doch diesmal war das Gebäude leer, Mutter war fort, und Gero wusste nicht wohin. Die Suche begann von vorn.
Er brauchte neue Verbündete, bessere Verbündete, und vor allem musste er sich sicher sein, dass er den Verräter in den eigenen Reihen aufspürte. Je länger er darüber nachdachte, desto sicherer wurde er sich, dass es eine Falle gewesen war. Der Einbruch über die Mauern und ins Haus war zu leicht gewesen und in den engen Gängen des Hauses hätten sie endgültig in der Falle sitzen müssen, und Radswid wäre unangefochten das neue Familienoberhaupt geworden. Allein dem Glück war es zu verdanken, dass sie hatten fliehen können, was ihm den Verlust von zwei seiner besten Ritter aber nicht erleichterte.

So war es kein Wunder, dass Gero lieber seine Wunden leckte und das Treffen mit der Kamenizer Gräfin und der Fürstin Mährens verschoben werden musste. Er wollte nicht vor ihnen stehen und mit gesenktem Kopf eingestehen müssen, dass er alles vermasselt hatte. Es hätte bedeutet schwach auszusehen.
Besser war es wohl, sich fern der Heimat nach Verbündeten umzusehen und bisherige Bande zu stärken. Das verringerte auch die Gefahr eines erneuten Verrats, so hoffte jedenfalls Gero. Zwei Briefe, zwei Boten, die diese zu übertragen hatten. Sollten seine Brüder auch von ihrem Inhalt erfahren, es war ihm gleich, es würde an seinen weiteren Vorhaben nichts ändern.

.:
An Nadezda von der March,
Großfürstin Mährens.


Solltet Ihr weiterhin Interesse an einem Treffen haben, lade ich Euch nach Dohna ein. Ein treuer Freund, wie ich inzwischen weiß, hält diese Burg. Die Zeit für Heimlichtuerei ist vorbei.

Gero von Rabenstein.


.:
An Mechthild von der Saale,
Gräfin von Kameniz.


Solltet Ihr weiterhin Interesse an einem Treffen haben, lade ich Euch nach Dohna ein. Ein treuer Freund, wie ich inzwischen weiß, hält diese Burg. Die Zeit für Heimlichtuerei ist vorbei. Bitte verzeiht, dass ich zum letzten Treffen nicht erscheinen konnte.

Gero von Rabenstein.


 
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Re:O Fortuna      04.11.2017 10:08:54 --- 2 Wochen, 4 Tage her  
Kleine weiße Wolken an einem hellblauen Himmel zogen über ihrem Kopf vorüber.
Nadezda hatte eine schön gelegene Wiese für eine kleine Rast gefunden, doch weder Belia noch Laszlo hatten Interesse daran und waren im Heerlager geblieben. Letztendlich war es Nadezda sogar lieber gewesen, alleine zu sein. So war sie nicht zu Konversation verpflichtet, sondern konnte ihren Gedanken nachhängen und sich am Wein gütlich tun.
Gerade war sie ein wenig eingenickt, als sie eine Stimme neben sich hörte. „Großfürstin, verzeiht meine Störung. Es ist ein Schreiben für Euch eingetroffen.“ Langsam öffnete sie die Augen und streckte ihren rechten Arm in die Richtung, aus der sie angesprochen wurde.
„Nehmt Euch als Dank für Euren Dienst etwas aus dem Korb“.
Der Bote verbeugte sich, nahm sich einen kleinen Schinken und verschwand.

Nadezda brach das Siegel und entfaltete das Schreiben, um dessen Inhalt zu lesen.

An Nadezda von der March,
Großfürstin Mährens.


Solltet Ihr weiterhin Interesse an einem Treffen haben, lade ich Euch nach Dohna ein. Ein treuer Freund, wie ich inzwischen weiß, hält diese Burg. Die Zeit für Heimlichtuerei ist vorbei.

Gero von Rabenstein.


Die Zeilen rangen ihr ein Schmunzeln ab.
So so...sollte ich weiterhin Interesse an einem Treffen haben.... . Vielleicht erinnere ich mich aufgrund meines Alters schlecht“ sprach sie leise mit sich selbst „Aber lag es nicht im Interesse des Rabensteiner Erben, dass ich ihn bei der Regelung seiner Angelegenheiten unterstütze?!“
Ihre Augen verfolgten die weiteren Zeilen. „Aber der Junge hat Schmiss“ dachte sie bei den letzten Worten des Schreibens.
„Wohl an, dann reiten wir jetzt nach Dohna und schauen uns die Sache persönlich an“.

Sie stand auf, packte ihre Sachen zusammen und kehrte ins Heerlager zurück.
Dort notierte sie schnell, aber sauber, auf einem Blatt, welches sie anschließend auf die Reise schickte:

An Gero von Rabenstein,

gerne nehme ich Eure Einladung an und reise unverzüglich nach Dohna. Erwartet mich in einigen Tagen dort.

Nadezda von der March
Großfürstin Mährens
"


[/url]
 
Letzte Änderung: 2017/11/04 10:13 von Nadezda von der March.
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Re:O Fortuna      07.11.2017 13:08:17 --- 2 Wochen, 1 Tag her  
Die Burg Dohna war eine der mächtigsten in der Mark. Wobei es sich eigentlich um zwei Burgen handelte, die nebeneinander auf einem nach zwei Seiten steil abfallendem Bergsporn hoch über der Elbe thronten und gemeinsam von einer doppelt mannshohen Außenmauer umzäunt wurden. Wollte man ins Innerste der Burg, musste mal einem schmalen Pfad unterhalb der Mauern folgen, bevor einem eine schmale Zugbrücke über einen tiefen mit Holzdornen ausgekleideten Graben Einlass gewährt wurde. In der Vorburg, bei weitem Größer als das heimatliche Rabenstein, befanden sich die meisten Wirtschaftsgebäude, die Stallungen, eine kleine Schmiede und auch die Küche, die ein wenig abseits stand. Ein mächtiger Rundturm bewachte den Übergang von der Vorburg zur Hauptburg. Der innere Burghof lag ein wenig höher und von ihren Mauern aus ließ sich im Ernstfall deer gesamte äußere Burghof mit Pfeilen bestreichen. Es war gut, in Freundschaft hier zu sein und nicht zu versuchen diese Burg in blutiger Fehde zu erobern.

'Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft', erinnerte sich Gero, 'Geiseln aber auch.' Es war so leicht gewesen, sich der Unterstützung des Burgherren Ignaz von Krima zu versichern, der in seiner Loyalität noch geschwankt hatte. Es war diesem deutlich anzumerken, dass er Liebe für Baldors Söhne aus erster Ehe empfand. Aber noch mehr liebte er seine eigenen.
Es sei eine Ehre bei ihm zu dienen, hatte Gero dem alten Burgherren erzählt und so jede Möglichkeit des Widerspruchs von vornherein unterbunden. Drei Söhne hatte Ignaz gezeugt und einen hatte Gero ihm gelassen. Den Mittleren Wladislaw nannten ihn alle, ein schmächtiges Kerlchen und einen ganzen Kopf kleiner als Gero, der mehr durch seinen Verstand als seine Körperkraft auffiel. Die anderen dienten ihm als Unterpfand für des Vaters Treue. Er behandelte sie gut. Wenzel, der Jüngste und beinahe in Geros Alter, würde seine letzten Jahre als Knappe an seiner Seite verbringen und befand sich auch jetzt mit daheim auf seines Vaters Burg. Gero zweifelte nicht daran, dass sich eines Tages auch Freundschaft zwischen ihnen entwickeln würde. Der Älteste, Woyzeck von Krima, der versprach eines Tages ein mächtiger Krieger zu werden, war nach Meißen geschickt wurden um dort den verbliebenen Besitz Geros zu schützen.

Gero fühlte sich sicher. Die Burg selbst war ohne ein großes Heer beinahe uneinnehmbar und seine eigenen Männer patroullierten an der Seite der Dohnaischen auf den Wehrgängen. Hier konnte er sicher auf die Ankunft seiner potentiellen Verbündeten warten und weiter Pläne schmieden.


 
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Nadezda von der March

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Re:O Fortuna      08.11.2017 20:20:56 --- 1 Woche, 6 Tage her  
Das schlechte Gewissen ihren Kindern gegenüber, dass sie ihre Reise nun noch weiter ausdehnte, hatte Nadezda erfolgreich verdrängt. Diese Geschichte um das Erbe des Rabensteiners klang nach einem Abenteuer. Und ein Abenteuer war gut um sie vom Kummer abzulenken.

Dank guter Karten, die Laszlo im Heerlager organisiert hatte, fanden sie den Weg nach Dohna problemlos. Wenige Tage später ritten sie durch bergiges und bewaldetes Gelände. Die Burg konnte laut der Karte nicht mehr weit weg sein. Mitten im Gespräch brach Nadezda plötzlich den Satz ab, und schaute durch eine Lücke von Bäumen am Rande des Weges.
Auf dem Felsvorsprung des großen Berges auf den sie zuritten, stand eine mächtige Burg, die über die Elbe wachte.
Nach zwei Stunden kamen sie über einen schmalen Weg unterhalb der Burgaußenmauern bis zu einer kleinen Zugbrücke.
Belia sah sich um, sah auch die hölzernen Dornen im Graben unter der Zugbrücke.
Der Herr dieser Burg scheint sehr ängstlich zu sein. Seht euch die Sicherung dieser Burg an“ kommentierte sie das, was sich ihren Augen bot. „Oder er ist sehr mutig und hat deshalb viele Feinde, vor denen er sich schützen muss“ gab Laszlo zurück.
Nadezda hatte ihnen nicht zugehört. Sie stellte sich vor, ob sie hier tatsächlich Gero von Rabenstein treffen würden. Und wenn ja, wie würde er sein? Würde er Baldor ähnlich sehen oder mehr Lillith? Hätte er in seinen jungen Jahren schon etwas von der Ausstrahlung seines Vaters? Das alles beschäftigte sie, bis sie vor den Wachen standen. Nachdem sie ihr Anliegen vorgetragen und bis zum Hof der Hauptburg begleitet wurden, ging eine der Wachen los, um den Besuch anzukündigen. Neugierig warteten sie auf ihren Gastgeber.


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Gero von Rabenstein

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Re:O Fortuna      14.11.2017 23:29:24 --- 1 Woche her  
Manchmal waren es nur die kleinsten Dinge, die über Fort- und Rückschritt entschieden, über Gewinn und Verlust oder auch über Sieg und Niederlage. Symbole, so hatte Gero von seinem Vater gelernt, waren manchmal wichtiger als die Taten selbst, die zu überdecken sie geschaffen waren. Manchmal musste eine erlittene Niederlage unter dem Schleier einer weit strahlenden Zuversicht verborgen werden, manchmal ein kleiner Sieg weiter beschönigt. Aber immer ging es darum, sich in einem besseren Licht dastehen zu lassen.

Lange hatte er überlegt, wie er die Großfürstin Mährens auf der geliehenen Burg begrüßen wollte und sich entsprechend gut vorbereitet. Den Gedanken, sich in ein wenig Pomp zu kleiden hatte er schnell wieder verworfen. Das wäre das falsche Symbol gewesen, schöne Kleider und Schmuck um den Hals ließen einen Mann eher weibisch aussehen, stark im Geist aber ohne die Wucht, die einen nach vorn katapultieren konnte. Am Ende hatte er sich für seinen schlichten Ledergambeson entschieden, der seinem Stand angemessen mit mit Metall- und Lederplatten verstärkt und natürlich auch mit dem Wappen seines Hauses geprägt war. Als einziger Schmuck diente ihm eine Fibel in Form eines goldenen Raben, der den schmucklosen waidgrünen Umhang zusammenhielt. Beides waren Erbstücke seines Vaters, in ihen fühlte er sich sicher und stark.

Nicht weniger als ein Dutzend Fußknechte mit langen Speeren und der Burgherr selbst begleiteten ihn, als er Nadezda entgegentrat. "Willkommen", sagte er schlicht, nur um gleich darauf Ignaz von Krima den Vortritt gewährte. Dieser war der Burgherr, die Höflichkeit gebot es, dass er den Reisenden auch selbst das Gastrecht gewährte. "Ihr werdet von eurer Reise müde sein", hörte Gero ihn gerade sagen, "Bitte lasst Euch die für Euch vorbereiteten Gemächer zeigen. Nach dem Abendmahl werden wir sicher die Zeit finden, um in ruhiger Stunde alles Wichtige zu besprechen."


 
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